What a wonderful world
Man muss lernen, was zu lernen ist, und dann seinen eigenen Weg gehen.

Zitat: Georg Friedrich Händel

 

Fast 4 Monate bin ich jetzt auf meiner Berufsakademie, wo ich eine Ausbildung zur Europasekretärin mache, und sie ist ein Teil meines Lebens geworden.

Ich weiß noch genau, wie ich am ersten Tag hineinspaziert bin. Die Einrichtung kannte ich schon ein bisschen, da ich für einen Probeunterrichtstag dagewesen war, und um Spracheinstufungstests auszufüllen.

Am ersten Tag war ich früh dran. Hatte extra eine Bahn früher genommen, um nicht kurz vor knapp anzukommen. Schnell stellte ich fest, dass das gar nicht nötig gewesen wäre. 3 andere Mädchen standen schon in der Eingangshalle und wir mussten eine Weile warten. Denn obwohl als Unterrichtsbeginn 8.15 Uhr angegeben war, kam auch erst kurz davor die
Sekretärin und schloss auf. Bis dahin unterhielten wir Neulinge uns aufgeregt darüber, was uns erwarten würde.

Nach der Stundenplandausgabe und nachdem ich mein Klassenzimmer gefunden hatte, kam erstmal eine böse Überraschung: Gleich in der ersten Stunde Spanisch Diktat. Danach in Französisch wieder. Ich dachte mir: Machen die auch etwas anderes? Glücklicherweise doch. Trotzdem begleitet uns das Diktat weiterhin fast täglich, eine extra Diktatnote gibt
es auch. Im späteren Sekretariatsalltag könnte das zwar nützlich werden, aber ich war und bin mir nicht sicher, ob wir nicht die einzige Schule sind, die das Diktat noch fördert.

Auch die Übersetzungen waren erstmal ein Schock. Ein Beispiel: "Wir möchten darauf hinweisen, dass die Preise wegen der gestiegenen Produktions- und Lohnkosten am 5. April um ca. 3 % erhöht werden.". Und das jetzt auf Französisch? Das konnte ich selbst als Halbfranzösin nicht auf Anhieb übersetzen.

Und ich weiß noch, wie ich zum ersten Mal im Maschinenschreibkurs saß, und dachte: Und was soll ich jetzt machen? Das Einzige, was unsere schlechtgelaunte Lehrerin in dieser Unterrichtsstunde macht, ist Abschriften auszuteilen, und 10 Minuten Zeit zu stoppen und dann können wir unsere Anschläge prüfen. Wer will, kann abgeben und kriegt eine Note.
In der ersten Unterrichtsstunde teilte sie den Neuen ein Blatt aus mit einer Übersicht, was wir alles abgeben müssen und sagte: Das könnt ihr euch gleich mal kopieren. Meine erste Begegnung mit dem Kopierer folgte und ich begriff freudig, dass wir als Schüler kostenlos kopieren dürfen - schließlich zahlen wir für Kopien 35 Euro im Halbjahr

Ich war durch meine Probeunterrichtsstunde schon darauf vorbereitet, dass der Stoff im Fach Außenhandel etwas trocken werden würde. Zwar das abwechslungsreichste Fach, aber da kommen Dinge vor, wo ich mich Frage: Wollte ich das wirklich schon immer mal wissen?

Schock war vor allem die Unterrichtsweise der Lehrer. Schon mal was von Unterrichtsgestaltung gehört? Keine Folien, Tafel wird kaum zum Erklären benutzt, lesen aus Büchern, viele Kopien, Schüler werden der Reihe nach dran genommen. Komisch war für mich, dass man sich nur in Ausnahmen meldet. Einfach reinrufen. Erstmal ne Überwindung.

Nun, man gewöhnt sich an alles. Und bei allem Gemecker, ich häng an dieser Schule. Die Stimmung untereinander stimmt. Gerade nach den Weihnachtsferien hat sich alles gelockert, man kennt sich jetzt. Und gelacht wird auch mit den Lehrern. Sich gemeinsam über den planlosen und irgendwie schleimigen Direktor zu beschweren schweißt zusammen.
Zu spät kommen wir nicht ernst genommen, besonders von den Lehrern nicht...

Fazit:"Je ne regrette rien", wie in dem Lied von Edith Piaf. Die Ausbildung wird mir auf jeden Fall für die Richtung, die ich später einschlagen werde, nützen. Auch wenn ein Wunsch, den ich schon immer in mir trage,
noch offen steht: studieren...Vielleicht danach?

24.1.10 22:53


Die große Traurigkeit der Welt besteht aus Sehnsucht nach vollkommener Liebe

Zitat: M. Herbert

 

Ich hätte gerne wieder eine Schulter zum anlehnen. Jemanden, dem ich einfach alles sagen kann, was mir durch den Kopf geht, ohne darüber nachzudenken, ohne zu glauben, mich für irgendwas rechtfertigen zu müssen, ohne zu überlegen, ob mich derjenige dafür verurteilt.

Ich hätte gern wieder eine Gewissheit im Leben, eine Gewissheit für die Zukunft. Natürlich habe ich meine Ausbildung, aber eine Ausbildung, die mich nicht erfüllt (eventuell wird bald ein Eintrag darüber folgen).

Ich hätte gerne wieder jemanden, mit dem ich den Abend verbringen kann. Und mit dem ich Sms schreiben und telefonieren kann. Und im ICQ über Belanglosigkeiten tchatten kann.

Ich hätte gern jemanden, in dessen Armen ich mich werfen kann und ganz lange kuscheln kann und weinen. Ganz lange weinen, bis ich keine Tränen mehr habe, bis alles raus ist.

Ich hätte gern jemanden, mit dem ich am Wochenende pläne schmieden kann. Und für den ich unter der Woche meine Zeit, mit dem ganzen Lernen und Hausaufgaben machen, einteile, damit wir uns für ein paar Stunden sehen können.

Ich hätte gerne jemanden, für den sich das Ganze lohnt.

Doch alles was mir übrig bleibt, ist, den Moment zu genießen. Denn was vorbei ist, ist vorbei, und kommt auch nie mehr zurück. Und er kommt sowieso nicht zurück...

----


Vor kurzem hat mich ein Typ angeschrieben, im Studivz, von dem ich ungefähr zwei Jahre nichts gehört habe. Okay, es war nur ein lächelndes Smiley, was er mir geschickt hat. Er hat mich angelächelt, wie er meinte. Daraus entwickelte sich ein Gespräch. Zunächst hielt ich mich zurück, fragte was es Neues bei ihm gab. Abwarten, ob er wirklich an nem Gespräch interessiert ist, dachte ich.

Der Typ ist ein Bekannter einer früheren Freundin, den ich über Chat und Mails kennen gelernt hatte. Damals wollten wir uns treffen, das Datum für ein Date stand fest, aber noch kein Ort - und er hatte sich einfach nicht gemeldet. Weil er dann mit einem anderen Mädchen zusammenkam. Ich habe mich ganz schön geärgert, aber tragisch war's nicht, schließlich kannte ich ihn nicht wirklich. Irgendwie entschuldigt hatte er sich dann, genau weiß ich es nicht mehr.

Wie's schien, war er wirklich an nem Gespräch interessiert, stellte auch Fragen. Vorurteilslos ging ich darauf ein. Und jetzt meldet er sich wieder nicht
mehr, genauso wie damals. Seit fast einer Woche, und das Gespräch war im vollen Gange.

Irgendwie bin ich fassungslos, weil das irgendwie total dumm ist. Was soll das? Ich wollte doch nur nett reden... Ist jetzt wieder die Zeit, in der mich Jungs nur enttäuschen? Das hatte ich doch schon lange hinter mir gelassen.

Ja, alles was mir übrig bleibt, ist, den Moment zu genießen.

11.12.09 16:13


°°° Lächeln ist der Regenbogen zwischen Lachen und Weinen °°°

Zitat: Anita

 

 Heut Abend hat die Mutter meines Nachhilfeschülers angerufen. Er hat eine 2-3 in seiner ersten Französischarbeit in diesem Schuljahr geschrieben. Eine 2-3 !! Letztes Schuljahr hatte er noch eine 5.

Das hat mich nicht nur gefreut, dass hat ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert. Bis jetzt zu diesem Moment.

Ich bin so froh, zu etwas nütze gewesen sein zu können. Das ist total aufbauend. Ich habe jemandem die Freude am Lernen zurückgegeben, das ist schön. Jetzt kann ich mit neuem Mut meine zweite Nachhilfeschülerin in Angriff nehmen.

Den Nebenjob in der Bäckerei habe ich gekündigt. Zu wenige Arbeitsstunden waren das, die mir zugeteilt wurden, wegen meines Stundenplans konnte ich nur noch samstags arbeiten. Und vor allem: zu wenig Mut.  Eine zu große Herausforderung, zu der ich keine Lust mehr hatte. Vor allem nicht mehr jetzt.

Es ist schön, in etwas Erfolg zu haben, und besonders, wenn man damit jemandem helfen konnte. Bleibt nur noch der Erfolg in der Ausbildung. Bald bekommen wir die erste Arbeit zurück…

10.11.09 21:43


°°° Die Traurigkeit ist die Nacht des Herzens °°°

Zitat: Eleonore Van der Straten-Sternberg

 

Am Montag, den 12 Oktober hat mein Freund schluss gemacht. Wir waren 1 Jahr und 2 Monate zusammen.
Meine zweite Beziehung, aber meine erste dauerhafte.


Würde ich unsere Beziehung beschreiben müssen, dann würde ich sie als ein klares, ruhiges und vor sich hin
plätscherndes Bächlein bezeichnen. Denn so war es, ein friedliches Bächlein, das mich das letzte Jahr stetig begleitet hat.

Zwei ruhige, zurückhaltende Menschen, die zueinander, über Umwege, gefunden hatten. Kein Streit, kaum Auseinandersetzungen.
Die sich die Liebe gaben, die sie brauchten.  

Bis die Liebe für einen von beiden endete, weil der graue Alltag sie einholte.


Es ist schwer, zu begreifen, dass der Andere einen nicht mehr liebt, einfach keine Gefühle für einen mehr hat. Und man
schaut in seine Augen und sieht, er spricht die Wahrheit. Und plötzlich bist du allein.

Die ganze Beziehung ist plötzlich nur noch Errinerung. In deinem Kopf ist noch alles so wie früher, aber du weißt, es wird
nie mehr greifbar sein, nie mehr Realität.

Du weißt, es hätte schlimmer kommen können, es gibt so viele Schlimmere Wege, außeinander zu kommen, aber dieser ist einer der
Traurigsten. Man ist machtlos dagegen. Gefühle kann man nicht erzwingen.

Diesen Alltag, den der Andere nicht mehr wollte, hast du nun nicht mehr. Man sollte nie etwas für selbstverständlich halten,
denn wenn man es nicht mehr hat, merkt man erst was es für einen wirklich bedeutet hat.

Die ganze Geborgenheit, Beständigkeit, Vertrautheit, Zuneigung, Zuwendung, Zukunftspläne, fallen nun weg. Man verliert den Boden unter den Füßen, den man so lange betreten durfte.

Man ist vollkommen resigniert, dass es schon zu spät ist, und hat nur diesen einen Satz im Kopf: "Er liebt mich nicht mehr."



Ich vermisse ihn.

29.10.09 14:24


15.10.09 20:39


°°° Das Gegenteil von Liebe ist nicht Haß, sondern Angst. °°°

Zitat: Torsti Lehtinen

 

- Ist jemand da?

- Ja, ich bin anwesend.

- Welcher Teil von dir?

- Mein Körper. Meine Seele ist irgendwo da unten in der Tiefe, weil der Boden mir unter den Füßen weggezogen wurde.

- Aber du bist doch noch an der Oberfläche? Wie hälts du dich?

- Siehst du die dünnen Fäden da oben? Die sind an mir befestigt, nur sie halten mich zurück. Sie ziehen an mir, wie an einer Marionette.

- Willst du die Fäden nicht einmal abschneiden, um dich frei bewegen zu können? Ist es nicht lästig, ständig von unsichtbarer Hand gezogen zu werden?

- Wenn ich sie abmache, falle ich doch. Ich werde sie erst ablegen, wenn ich mich sicher und gefahrlos ohne bewegen kann.

 

13.10.09 17:48


°°° Was ich gut kann, mache ich sehr gut; was ich nicht kann, mache ich gut. °°°

Zitat: Adolph von Knigge

 

Seit dem 1. Oktober habe ich meine Ausbildung als Europasekretärin an einer Berufsschule begonnen. Und somit mein erstes Semester mit hauptsächlich Französisch, Spanisch und Maschinenschreiben. Nächstes Semester wir dann auf Englisch konzentriert, übernächtes wird nur "Sekretariat" und alles was dazu gehört gemacht, und danach kann ich, wenn ich will, noch ein Semester Spanisch dranhängen.

Mit meinem Studenplan bin ich ganz zufrieden. MI und FR habe ich um 13.15 uhr aus, sonst immer um 15 Uhr. Naja, dann muss ich noch mit 1 h rechnen, bis ich daheim bin, das ist nicht so toll - aber man gewöhnt sich an alles, nicht wahr

Und sonst? Ich bin eigentlich mit allem recht zufrieden. Die Stimmung unter den Mädels (gerade mal 2 Jungs gibt es im Französischkurs) ist gut. Naja, Außnahmen gibt es immer, so gibt es eine, die ganz offensichtlich gegen den Strom schwimmt. Aber sonst, ziemlich anders wie auf meiner früheren Schule. Man kann jederzeit auf jemanden zugehen, ohne dumm angemacht zu werden, alle begegnen einem nett, gerade als Neue. Und gerade in meinem Französisch- und Spanischkurs, wo die meisten schon länger auf der Schule sind, da sie z.b. mit Englisch angefangen haben. Nacheinander lerne ich gerade alle kennen, und für mich als zurückhaltende Person ist es schon schwierig und anstrengend, und neu vor allem. Aber ich fühle mich wohl. Die Lehrer sind ok, allerdings legen sie besonderen Wert auf Diktate, lassen viel von Blättern ablesen, und das immer nach der Reihe. Nicht gerade spannend. Ok, sie erklären auch immer was dazu und schreiben mal was an die Tafel an. Aber so ne vielseitige Gestaltung des Unterrichts, um die sich der ein oder andere meiner früheren Lehrer bemüt hatten, gibt es wohl nicht mehr.

Erstaunt war ich über das hoch angesetzte Niveau in Französisch. Schwerer als im Abi. 10 Fehler gleich beim ersten Diktat. Autsch. Außer mir gibt es noch eine Halbfranzösin im Kurs. Die hat allerdings ihr Abi in Frankreich gemacht.  So, als würd ich jetzt in Frankreich sitzen und Deutschunterricht bekommen. Versteh, dass sie da etwas angeödet ist.

Bizarr ist für mich, dass man sich gar nicht mehr melden braucht. Einfach reinrufen, wenns nicht gerade nach der Reihe geht. Kostet mehr Überwindung als melden, so ein Mist. Muss man sich mehr trauen, Stimme erheben. Naja, man kann nicht alles haben.

Bin gespannt, wie die nächsten Wochen verlaufen. Als kleine Motivation wird mir hoffentlich das oben genannte Zitat dienen

 

6.10.09 17:44


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]
Willkommen beim Blog vom Wuschel...
Gratis bloggen bei
myblog.de